• Ergebnis der Wintervogelzählung in Bremen
  • über 950 Teilnehmer
  • Amselbestände kräftig gefallen
  • Ausreisser Ringeltaube

(Bremen, den 15.01.19) Einen „ungefährdeten Sieg“ hat die Kohlmeise bei der Wintervogelzählung des NABU in Bremen eingefahren. Über 3.000 der größten einheimischen Meisen zählten die gut 950 Teilnehmer der „Stunde der Wintervögel“, rund ein Drittel mehr als vergangenes Jahr. Größter Verlierer ist die Amsel, die schon in der vorigen Zählung kräftig Federn gelassen hatte. Nun sackte sie nochmals um 33 Prozent ab, weil ein Virus im Sommer die Bestände dezimiert hatte.
„Die Zahlen sollten im Zusammenhang und als Trend gesehen werden“, betont NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann, „letztlich ist Bremen zu klein, um es isoliert zu betrachten.“ So sei der kräftige Zuwachs der Ringeltaube auf einzelne Melder zurückzuführen. „Am Anfang der Zählung scheinen größere Taubenschwärme über Bremen gezogen zu sein. Da lagen die Ringeltauben mit über 180 Prozent Zuwachs zeitweise auf Platz 2.“ Mittlerweile haben die vielen taubenfreien Meldungen die Ringeltaube auf Platz 4 „hinunternivelliert“.
Doch Statistik hin, Wintergäste her, die Amsel hat ein Problem. „Ehrlich gesagt hätte ich einen noch dramatischeren Schwund erwartet“, erklärt Sönke Hofmann, „im August hatte man das Gefühl, keine lebenden Amseln mehr zu sehen.“ Der afrikanische Usutu-Virus hatte sommers in Norddeutschland gewütet und vor allem die Schwarzdrosseln schwer befallen. Doch aus vorherigen Seuchenzügen in Süddeutschland weiß der NABU, dass sich der Bestand bis auf etwa 86 Prozent des Ursprungs erholen wird.
Stabile Blaumeisen- und Spatzenbestände und ein leichter Zuwachs bei Buchfink und Grünfink sind in Bremen zu verzeichnen – wenn man der Statistik trauen darf. „Der milde Winter treibt die Vögel nicht gerade an die Futterstellen und auch Schwarmvögel wie Erlenzeisige, Bergfinken oder Seidenschwänze gab es dies Jahr in Bremen kaum“, so der NABU.
Allein die hohe Beteiligung der Bevölkerung gibt uneingeschränkten Grund zur Freude: 953 Teilnehmer zählten in 662 Bremer Gärten exakt 17679 Vögel. „Damit schlagen wir nicht nur die Stadtstaaten Hamburg und Berlin um Längen, wenn man die Zahlen auf die Einwohner bezieht“, ist Sönke Hofmann stolz. Er hofft auf eine ebenso rege Beteiligung an der Gartenvogelzählung vom 10. bis 12. Mai.

Hauptmenü

Beliebteste Beiträge

Neueste Beiträge