Am 20. Juni 2015 startete in Deutschland ein einmaliges Filmexperiment: Alle Menschen im Land waren eingeladen, an diesem einen Tag ein riesiges Filmteam zu bilden und gemeinsam ein Selbstporträt des Landes zu erstellen: Mit Videokamera, Tablet oder Smartphone, alles war erlaubt. Aus den vielen Tausend eingereichten Filmen realisierte Sönke Wortmann als künstlerischer Leiter einen Kinofilm. In mal kurzen, mal längeren Momentaufnahmen – und durchaus subjektiv – entsteht so ein Bild des Landes:

mal lustig, mal emotional, manchmal tieftraurig und nachdenklich, immer wieder überraschend. Und wir erhalten einen Einblick, was die Menschen im Großen wie im Kleinen bewegt, von denen man sonst nichts in der Zeitung liest. So die offizielle Beschreibung.

Was hat der Kinofilm mit dem VAHReport zu tun? Viel. Zumindest hoffen Erika und ich das. Und wie sich noch herausstellen wird, eine … das kommt später.

Ich stolperte über einen kleinen Hinweis auf das Vorhaben von Sönke Wortmann. Im Internet gab es ebenfalls den Aufruf, etwas für den Kinofilm zu filmen. "Warum nicht mal einen Beitrag für einen Kinofilm produzieren?" fragte ich Erika und mich selbst. Wir entschieden uns für "Ein ganz normaler Sonnabend bei Diehls". Die Umsetzung war nicht so einfach, da wir Beleuchter, Tontechniker, Kameramann/-frau und zugleich die Protagonisten waren. Begonnen haben wir im Bad, es folgten Planungsgespräche für den Einkauf und für die Woche beim Frühstück. Auf dem Markt ging es zum Fischhändler mit seinen flotten Sprüchen und zum Gemüsestand. Dann wurde ein mehrgängiges Menü gekocht und später verzehrt. Zum Abschluss saßen wir vor dem Fernseher. Zwischendurch hatte ich auch noch einen Termin für den VAHReport. Das alles haben wir gefilmt. Das Material durfte nicht geschnitten werden. Es kam als Rohmaterial auf zwei Blu-Rays und ging per Post mit den ersten Formularen an Made by Germany.

Klar war uns, dass - wenn überhaupt - davon nur ein paar Sekunden in dem Film erscheinen würden. Doch zuerst hieß es warten. Nichts geschah. Dann kamen immer wieder Anforderungen, Genehmigungsformulare ausfüllen und unterschreiben zu lassen.  Von jedem, der auf dem Film zu sehen ist, von Besitzern der Orte, für Bilder an den Wänden.  Das ließ Hoffnung aufkommen, es in den Film geschafft zu haben. Einige Wochen später dann die Nachricht: "Von Ihrem Material kommt etwas in den Kinofilm!"

Nach fast einem Jahr entdeckte ich uns in den ersten Filmchen im Internet, die zum Film veröffentlicht waren. Und es kam noch besser, nämlich ein Anruf. Der Film wurde ins Programm vom Filmfest in München aufgenommen. Und wir wurden zur Weltpremiere des Films eingeladen. Doch wie zuvor, wir mussten auf weitere Informationen warten. War das ein Scherz? Eine Woche vor dem Termin war Erika so unruhig dass ich nachfragte. Umgehend kam das Papier für den Flug. Was war größer, die Freude oder die Spannung? Was wird von uns wirklich im Film sein? Wie wird der Film überhaupt sein? Das, was wir in den Trailern gesehen haben, gab einen Hinweis darauf, dass der Film gut sein muss.

Was wir in München alles erleben durften, sehen Sie nach der Rückkehr.

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